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Im Notfall

Interview

„Alle Experten sind mit Hochdruck dran, die erforderlichen Schritte anzugehen“

Rechtsanwalt Dr. Rainer Eckert ist der vom Gericht bestellte vorläufige Sachwalter. Er ist langjähriger Sanierungsexperte mit besonderer Erfahrung im Klinik-Sektor. Unter anderem ist er für die erfolgreiche Sanierung der Paracelsus-Kliniken verantwortlich. Der Sachwalter übernimmt immer eine Aufsichtsfunktion und hat darüber hinaus die Aufgabe, die wirtschaftliche Lage zu prüfen.

Hier äußert er sich erstmals näher zur aktuellen Situation in Thüringen und Brandenburg, schaut auf die vergangenen Tage zurück und erklärt, welche Schlüsselrolle den Mitarbeitern zukommt.

Die DRK-Kliniken befindet sich derzeit unter vorläufiger Sachwaltung.
Was ist schiefgelaufen, dass es so weit gekommen ist?

„Die wirtschaftliche Situation der Gesellschaft war in Teilen zuletzt ausgesprochen schwierig. Dazu gehörte insbesondere die hochdefizitäre Situation des Standorts Bad Frankenhausen. Die Geschäftsführung hat sich dann zu einem mutigen Schritt entschieden: Anstatt zu versuchen, das Ruder bis zu allerletzt alleine herumzureißen und sich der Gefahr auszusetzen, unmittelbar in die Insolvenzverwaltung zu rutschen, hat man sich für einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung entschieden. Nun haben es die Betroffenen selbst mit Unterstützung von erfahrenen Sanierungsberatern unter meiner Aufsicht in der Hand, die Gesellschaft dauerhaft neu aufzustellen.“

Der Zustand ist vor allem keine einfache Zeit für die Mitarbeiter. Wie empfinden Sie deren Lage?

„Ohne langes Drumrumreden: Das ist eine unerfreuliche Situation für die Menschen im Betrieb. Gerade zur Weihnachtszeit. Restrukturierung und Sanierung ist für jeden Einzelnen mit vielen Fragen und mancher Ungewissheit verbunden. Hier ist mir als vorläufigem Sachwalter ganz wichtig, dass sie sich – unter den derzeitigen Möglichkeiten – gut informiert fühlen. Unter anderem auf der Betriebsversammlung in Sömmerda habe ich viele, beeindruckend engagierte Mitarbeiter erlebt. Sie sind am Ende ein ganz wichtiger Faktor, damit es für das Unternehmen positiv weitergeht.“

Was natürlich viele Menschen umtreibt, ist die Frage, wie es um die Patientenversorgung steht?

„Diese ist rundum gesichert. Alle Patienten werden vollumfänglich behandelt. Alle Kliniken kommen ihrem Versorgungsauftrag uneingeschränkt nach. Es gibt daher keinen Grund, sich irgendwelche Sorgen zu machen.“

Und was ist mit den Dienstleistern und damit einem Teil der Gläubiger?

„Auch hier helfen für den Moment nur offene Worte: Eine Insolvenz, selbst in Eigenverwaltung, ist immer mit Einschränkungen verbunden. Persönlich setze ich mich dafür ein, dass alle Gläubiger eine möglichst gute Quote erhalten. Und nach den ersten Tagen ist mein Eindruck, dass es hier gar nicht so schlecht aussieht. Was übrigens auch daran liegt, dass das Verfahren frühzeitig gestartet wurde und nicht, wie in vielen anderen Fällen, wenn schon alles zu spät ist.“

Abschließend die Frage an Sie: Wo stehen die DRK-Kliniken in einem Jahr?

„Ich bitte die Beteiligten uns nun etwas Zeit zu geben. Ihnen sei versichert: Alle Experten sind mit Hochdruck dran, die erforderlichen Schritte anzugehen - auch zwischen den Jahren. Ziel ist, das Unternehmen mit motivierten Mitarbeitern, zufriedenen Patienten und zuverlässigen Lieferanten weiterzuführen. Darüber hinaus sind sie auch die Basis dafür, einen leistungsfähigen Investor zu gewinnen. Und dann können wir auch optimistisch sein, dass unter den gegebenen Umständen das Bestmögliche für alle Seiten gelingt.“